Denkmal auf dem neuen Landschaftsgräberfeld im Knielinger
Friedhof
Ein Gedenkstein zu einem furchtbaren Unglück am Rhein
In den Sterberegistern unserer Kirchenbücher ist hinter einigen Einträgen zu
lesen: "Im Rhein ertrunken". Ein solch
tragisches
Unglück ereignete sich am 13. Februar 1842. Vier Knaben aus Knielingen im Alter
zwischen 9 und 11 Jahren,
darunter ein Geschwister-paar,
waren
auf dem Eis des Flusses, wahrscheinlich beim Spielen, eingebrochen und
ertrunken. Das Unglück hatte sich nachmittags gegen vier Uhr zugetragen. Die
Leichen der Kinder müssen wohl bald
geborgen worden sein, denn
bereits zwei Tage später, am 15. Februar beerdigte man sie auf dem hiesigen
Friedhof. Die
Inschrift lautet:
DENKMAL
DEN 13. FEBRUAR
1842 AN EINEM
SONNTAG
Johan J. Raih - Christian
Zengreb
- Jakob Mayer - Gottlib Mayer

Original im Hofgut Nachbildung
am Altrhein
Mit der
Beisetzung der vier ertrunkenen Kinder hatte man 1842 den neu angelegten
Friedhof an der Eggensteiner Straße
in Benützung genommen. Eine
Sandsteinplatte, die an der Außenseite der Friedhofskapelle eingelassen ist,
erinnert
noch heute an dieses Unglück.
Bald darauf stellte man als mahnendes Zeichen
am Ostufer des Altrheins einen Gedenkstein auf.
Er trug die Namen der
Ertrunkenen und das
Datum des Unglückstages. Nachdem der Stein im
Laufe der Jahrzehnte verwittert und in zwei
Teile
zerbrochen war, schuf Steinmetz-meister Erich
Frei aus Knielingen eine originalgetreue Nachbildung. Diese
wurde an Pfingsten 1971 am alten
Platz aufgestellt und steht noch heute dort. Unterstützung fand er dabei vom
damaligen Jagdpächter Werner Kimmich und Berthold Kiefer von der
Forstverwaltung. Erich Frei hat den zerbrochenen
Stein wieder
zusammengesetzt und dem Knielinger Museum übergeben.
stieß es genauso auf
Interesse wie bei Wanderern, Radfahrer oder
Leuten, die das Museum während der
Öffnungszeiten besuchten.
Zum Abschluss von Sonderführungen für Schulklassen ging unser Vorstandsmitglied
Heinz
Kühn mit den Schülern zum Denkmal, um sie von der
nebenstehenden Texttafel vorlesen zu lassen mit der Mahnung,
im
Winter beim Gang auf das Eis vorsichtig zu sein.
dann zeichnete sich ab, dass man für ein neues
Landschaftsgräberfeld einen zentralen Mittelpunkt suchte. Was lag
näher, als einen Gedenkstein aufzustellen, der an den Tod der vier Knaben
erinnert, mit denen dieser Friedhof am
15. Februar 1842
eingeweiht wurde. Nun steht dieser historische Stein hier, der nicht nur an das
Unglück, sondern auch
an die Unwägbarkeit und
Vergänglichkeit des Lebens erinnert.
Das Objekt wird begutachtet
Bereit zum Abtransport
Der neue Standort

Der Stein wird aufgestellt
Abschließende Arbeiten
Die Pflanzung steht bereit

zentralem Mittelpunkt am 15. Juni 2010 auf dem Knielinger Friedhof.
ef
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